Österreich bei der Handball Heim EM

Nicht besonders groß waren die Erwartungen an das österreichische Herren Handball Nationalteam vor der Euro. Es treffen sich die 15 besten Nationen und Österreich war die Standardaussage.

Jedoch hatte der ÖHB gleich nach bekannt werden, dass die Euro 2010 in Österreich ausgetragen wird, den richtigen Weg eingeschlagen und einen Trainer von internationalem Niveau ins Boot geholt. Dagur Sigurdsson hatte 2 Jahre Zeit eine Mannschaft aufzubauen, die bei diesem Großereignis bestehen kann.

Er hat von Rainer Osmann eine Mannschaft übernommen, die fast jedes Mal im letzten Spiel zur Qualifikation an einem Großereignis gescheitert ist. Somit waren wir im europäischen Mittelfeld anzusiedeln. Jedoch hatte er das große Glück, dass viele Spieler den Sprung in die europäischen Profiligen geschafft haben und somit ein besseres Training absolvieren können sowie in den Spielen weit mehr gefordert werden als in Österreich.

Eine gute Ausgangsbasis für eine professionelle Arbeit unseres Teamchefs.

Handball Österreich hat die Chance erhalten, sich in einer Sportart in Europa zu präsentieren, die eine Reichweite hat, wo von man zum Beispiel bei einer Schi WM nur träumen kann. Und man muss sagen, wir haben uns grandios präsentiert. Mit 2 Siegen und einem Unentschieden haben wir so große Handballnationen wie Deutschland, Schweden, Russland, Ungarn, Serbien und andere mehr hinter uns gelassen. Bei den 3 Niederlagen waren unsere Herren jeweils ganz dicht an der Sensation, es hat Ihnen jeweils nur die internationale Cleverness gefehlt, um diese Gegner zu bezwingen. Sicherlich war bei unseren Gegnern auch der Hintergedanke im Kopf, „nur“ gegen Österreich zu spielen, dieser Vorteil wurde aber von Szilagy und Co. optimal genützt, was auch erst einmal gelingen muss. Sigurdsson hat eine Mannschaft in die Euro geschickt, die sich als Mannschaft präsentiert hat und wo jeder dem anderen ausgeholfen hat und die, was in Österreich nicht selbstverständlich ist, an sich und ihre Stärken geglaubt hat.

Sie waren die beste Werbung für den österreichischen Handball. An dem ÖHB, den Landesverbänden und vor allem an den Vereinen liegt es jetzt, diese Chancen, die Ihnen die Euro beschert hat zu nützen und nicht wie 1992 die notwendige Arbeit zu verabsäumen.

Auch die Medien müssen erkennen, das dieser attraktive Mannschaftssport, wo Österreich international gesehen die meisten Erfolge aufweisen kann, z.B. 8 Champions League Siege, weit mehr als 200 Europacupeinsätze in den letzten 10 Jahren, 23 Legionäre in den europäischen Profiligen, etc., es wert ist, darüber zu berichten.